Vorteile und Nachteile von Bambus-Terrassendielen
Bambus-Terrassendielen werden häufig als Alternative zu klassischen Holzterrassen oder WPC angeboten. Doch was können die Dielen tatsächlich – und welche Besonderheiten sollte man vor dem Kauf kennen?
Hochverdichtete und thermisch behandelte Bambusdielen besitzen einige Eigenschaften, die für den Einsatz auf Terrassen besonders interessant sind. Gleichzeitig bleibt Bambus ein Naturwerkstoff. Sonne, Regen, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen hinterlassen deshalb mit der Zeit ihre Spuren.
Wer sich für Bambus entscheidet, sollte beide Seiten kennen.
Hochwertige Bambus-Terrassendielen bieten unter anderem:
- eine sehr hohe Materialdichte und Härte
- eine hohe Dauerhaftigkeit
- vergleichsweise geringes Quellen und Schwinden
- eine gleichmäßige und hochwertige Optik
- keine Äste oder Harzgallen wie bei manchen Holzarten
- verdeckte Befestigungsmöglichkeiten
- unterschiedliche Oberflächen und Dielenbreiten
- eine natürliche Materialanmutung
- vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten
- eine gute Eignung für stark beanspruchte Terrassenflächen
Diesen Vorteilen stehen einige Punkte gegenüber, die bei Planung und Nutzung berücksichtigt werden sollten:
- Bambus verändert sich durch die Bewitterung.
- Die ursprüngliche Farbe bleibt ohne Pflege nicht dauerhaft erhalten.
- Regelmäßige Reinigung und Pflege sind sinnvoll.
- Eine fachgerechte Unterkonstruktion ist entscheidend.
- Fehler bei Entwässerung oder Hinterlüftung können die Lebensdauer der Terrasse beeinträchtigen.
- Kleine Risse und andere natürliche Oberflächenveränderungen können auftreten.
- Sehr harte Dielen stellen höhere Anforderungen an Werkzeug und Verarbeitung.
Schauen wir uns die einzelnen Punkte genauer an.
Die Vorteile von Bambus-Terrassendielen
Bambusdielen sind sehr hart
Eine der auffälligsten Eigenschaften hochverdichteter Bambus-Terrassendielen ist ihre hohe Härte.
Während der Herstellung werden die aufbereiteten Bambusfasern beziehungsweise Bambusstreifen unter hohem Druck miteinander verpresst. Dadurch entsteht ein sehr dichter Werkstoff.
Unsere aMbooo Bambus-Terrassendielen erreichen einen Brinell-Härtewert von etwa 9,7 und liegen damit deutlich über vielen klassischen Terrassenhölzern.
Eine hohe Härte ist besonders bei Terrassen interessant, die intensiv genutzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- große Familienterrassen
- Sitzbereiche mit Gartenmöbeln
- Balkone und Dachterrassen
- gastronomisch genutzte Flächen
- stark frequentierte Außenbereiche
Natürlich bedeutet eine hohe Härte nicht, dass eine Oberfläche völlig unempfindlich gegen Kratzer oder Beschädigungen wäre. Auch auf einer Bambusterrasse können beispielsweise durch verschobene Möbel, Sand unter Stuhlbeinen oder scharfkantige Gegenstände Gebrauchsspuren entstehen.
Die hohe Materialdichte schafft jedoch eine robuste Grundlage für einen stark beanspruchten Terrassenbelag.
Hohe Dauerhaftigkeit im Außenbereich
Für Terrassendielen ist nicht nur die mechanische Härte entscheidend. Mindestens genauso wichtig ist die Widerstandsfähigkeit gegenüber den Bedingungen im Außenbereich.
Unsere hochverdichteten Bambus-Terrassendielen erreichen die Dauerhaftigkeitsklasse 1.
Diese Klasse steht für eine sehr hohe natürliche beziehungsweise durch die Materialmodifikation erreichte Widerstandsfähigkeit gegenüber holzzerstörenden Organismen.
Das ist für Terrassen ein wichtiger Vorteil, denn ein Bodenbelag im Außenbereich ist über viele Jahre wechselnden Bedingungen ausgesetzt:
- Regen
- Feuchtigkeit
- Sonneneinstrahlung
- Frost
- Hitze
- Temperaturschwankungen
Eine hohe Dauerhaftigkeitsklasse bedeutet allerdings nicht, dass Konstruktion und Pflege unwichtig werden. Auch eine sehr dauerhafte Terrassendiele benötigt eine fachgerechte Konstruktion, damit Wasser ablaufen kann und die Dielen ausreichend belüftet werden.
Geringes Quell- und Schwindverhalten
Jeder natürliche Werkstoff reagiert auf Feuchtigkeit.
Wird Feuchtigkeit aufgenommen oder wieder abgegeben, verändert sich das Material geringfügig. Bei Holz spricht man dabei vom Quellen und Schwinden.
Bei klassischen Holzdielen können diese Bewegungen vergleichsweise deutlich ausfallen. Sichtbar wird das beispielsweise durch wechselnde Fugenbreiten oder Verformungen.
Die starke Verdichtung und thermische Behandlung hochwertiger Bambusdielen reduziert diese Materialbewegungen deutlich.
Das bedeutet nicht, dass Bambusdielen überhaupt nicht mehr arbeiten. Auch verdichteter Bambus reagiert auf seine Umgebung.
Im Vergleich zu vielen klassischen Terrassenhölzern bietet das geringe Quell- und Schwindverhalten jedoch gute Voraussetzungen für ein gleichmäßiges Fugenbild und eine formstabile Terrassenfläche.
Gleichmäßige Optik ohne Äste
Wer die lebhafte Optik klassischer Holzdielen liebt, empfindet Äste, Maserungen und Farbunterschiede häufig als besonders attraktiv.
Wer dagegen eine ruhige und moderne Terrasse möchte, kann genau diese Unterschiede als störend empfinden. Hier spielen Bambusdielen ihre besondere Optik aus.
Durch die Verarbeitung und Verdichtung entsteht eine vergleichsweise homogene Materialstruktur. Typische Holzmerkmale wie große Äste, Astlöcher, Harzgallen oder ausgeprägter Drehwuchs treten bei hochverdichtetem Bambus nicht in der gleichen Form auf.
Dadurch wirkt eine größere Terrassenfläche häufig sehr ruhig und hochwertig.
Besonders gut passt diese Optik zu:
- moderner Architektur
- geradlinigen Gärten
- großen Fensterflächen
- modernen Gartenmöbeln
- klar gestalteten Poolbereichen
Trotzdem bleibt Bambus ein Naturwerkstoff. Kleine Unterschiede in Farbe und Struktur zwischen einzelnen Dielen sind deshalb normal und tragen dazu bei, dass die Fläche nicht künstlich wirkt.
Unterschiedliche Oberflächen sind möglich
Bei der Gestaltung einer Terrasse spielt nicht nur die Farbe eine Rolle. Auch die Oberfläche verändert die Wirkung einer Diele erheblich.
Je nach Modell können beispielsweise glatte oder profilierte beziehungsweise geriffelte Oberflächen gewählt werden.
Bei verschiedenen unserer klassischen Bambusdielen stehen sogar zwei nutzbare Sichtseiten zur Verfügung. Dadurch kann vor der Montage entschieden werden, welche Oberfläche später sichtbar sein soll.
Eine glatte Oberfläche wirkt häufig besonders modern und ruhig. Sie lässt sich außerdem vergleichsweise einfach reinigen.
Eine profilierte Oberfläche sorgt dagegen für eine stärker strukturierte Optik und betont den klassischen Charakter einer Terrassendiele.
Welche Variante besser ist, ist deshalb nicht nur eine technische Frage, sondern auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Verdeckte Befestigung
Auf einer hochwertigen Terrasse sollen möglichst keine Schraubenköpfe die gleichmäßige Dielenfläche unterbrechen.
Viele Bambusdielen besitzen deshalb seitliche Nuten, in denen spezielle Befestigungsclips eingesetzt werden.
Die Clips werden mit der darunterliegenden Unterkonstruktion verschraubt. Von oben sind die Befestigungspunkte anschließend weitgehend unsichtbar.
Das hat vor allem einen optischen Vorteil:
Die Terrassenfläche wirkt gleichmäßig und wird nicht von sichtbaren Schrauben unterbrochen. Gleichzeitig sorgt das abgestimmte Befestigungssystem für definierte Abstände zwischen den Dielen.
Unterschiedliche Dielenbreiten ermöglichen verschiedene Designs
Nicht jede Terrasse wirkt mit derselben Dielenbreite gleich gut.
Schmalere beziehungsweise klassische Terrassendielen erzeugen durch die größere Anzahl an Längslinien ein anderes Flächenbild als besonders breite XL-Dielen.
Breite Dielen können insbesondere auf größeren Terrassen sehr großzügig und ruhig wirken.
Klassische Formate können dagegen für kleinere Flächen oder stärker strukturierte Terrassengestaltungen interessant sein.
Bei der Auswahl sollte deshalb nicht ausschließlich der Preis pro Quadratmeter betrachtet werden.
Auch folgende Punkte spielen eine Rolle:
- Größe der Terrasse
- Verlegerichtung
- Architektur des Gebäudes
- gewünschtes Fugenbild
- Farbe der Fassade
- Größe angrenzender Fenster- und Türflächen
Klassisches Fugenbild oder Closed-Deck
Neben der Dielenbreite lässt sich inzwischen auch das Fugenbild beeinflussen.
Bei einer klassisch verlegten Terrasse bleiben zwischen den einzelnen Dielen sichtbare Fugen. Diese gehören optisch zum typischen Erscheinungsbild einer Terrasse und unterstützen gleichzeitig den Wasserablauf.
Mit speziellen Closed-Deck-System lässt sich dagegen eine wesentlich geschlossenere Flächenwirkung erzielen.
Unsere Closed-Deck-Bambusdielen werden mit einem speziell darauf abgestimmten System und einer sehr schmalen Fuge verlegt.
Dadurch entsteht eine moderne, nahezu geschlossene Optik.
Welche Variante besser geeignet ist, hängt von der jeweiligen Terrasse und dem gewünschten Erscheinungsbild ab.
Die Nachteile von Bambus-Terrassendielen
Bei einem umfassenden Ratgeber gehören auch die Eigenschaften dazu, die im Alltag zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern.
Viele vermeintliche „Nachteile“ von Bambusdielen sind normale Eigenschaften eines Naturwerkstoffs. Sie sollten trotzdem bereits vor dem Kauf bekannt sein.
Bambusdielen verändern ihre Farbe
Eine neu verlegte Bambusterrasse besitzt einen kräftigen Farbton.
Dieser Farbton bleibt im Außenbereich jedoch nicht unverändert.
UV-Strahlung und Witterung verändern die Oberfläche mit der Zeit. Ohne entsprechende Pflege verliert die Diele nach und nach einen Teil ihres ursprünglichen Farbtons und beginnt zu vergrauen.
Das ist kein spezielles Problem von Bambus, sondern ein natürlicher Vorgang bei vielen pflanzlichen Terrassenwerkstoffen.
Wer die ursprüngliche Farbwirkung möglichst lange erhalten möchte, muss deshalb mit Pflegeöl arbeiten.
Wichtig ist deshalb vor allem die richtige Erwartung:
Eine Bambusterrasse sieht nach mehreren Jahren im Freien nicht automatisch genauso aus wie am ersten Tag.
Auch Bambus benötigt Pflege
Gelegentlich entsteht der Eindruck, besonders harte oder dauerhafte Terrassendielen seien vollkommen wartungsfrei.
Das ist nicht der Fall.
Eine Bambusterrasse ist das ganze Jahr über der Witterung ausgesetzt. Auf der Oberfläche sammeln sich beispielsweise:
- Staub
- Pollen
- Laub
- Erde
- organische Ablagerungen
- Algen und Grünbelag
Deshalb sollte eine Terrasse regelmäßig gereinigt werden.
Wenn der Farbton erhalten beziehungsweise aufgefrischt werden soll, kommt zusätzlich eine Pflege mit geeignetem Terrassenöl hinzu.
Für unsere Bambus-Terrassendielen empfehlen wir eine regelmäßige Reinigung und Pflege. Nach der Montage ist außerdem eine Erstpflege mit dem passenden Bambus-Pflegeöl vorgesehen.
Wer eine absolut wartungsfreie Terrasse sucht, sollte sich daher bewusst machen:
Auch eine langlebige Bambusterrasse benötigt Aufmerksamkeit.
Wie Reinigung, Erstpflege und Nachölen richtig durchgeführt werden, erklären wir ausführlich im Kapitel Pflege und Reinigung von Bambus-Terrassendielen.
Natürliche Risse und Oberflächenveränderungen sind möglich
Bambus bleibt trotz technischer Verarbeitung ein hygroskopischer, pflanzlicher Werkstoff.
Durch den Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit können sich deshalb im Laufe der Zeit kleinere Veränderungen an der Oberfläche zeigen.
Dazu können beispielsweise feine Trockenrisse gehören.
Auch leichte Aufrauungen oder kleine Veränderungen an Schnitt- und Stirnseiten können auftreten.
Solche Erscheinungen bedeuten nicht automatisch, dass eine Terrassendiele technisch beschädigt oder nicht mehr nutzbar ist.
Entscheidend ist, zwischen normalen witterungsbedingten Veränderungen und tatsächlichen Schäden zu unterscheiden.
Montagefehler können große Auswirkungen haben
Die Qualität einer Terrasse hängt nicht allein von der Terrassendiele ab.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse bei jedem Terrassenbau lautet:
Die Unterkonstruktion entscheidet wesentlich darüber mit, wie dauerhaft die gesamte Terrasse funktioniert.
Problematisch können beispielsweise sein:
- unzureichender Wasserablauf
- fehlendes oder falsches Gefälle
- dauerhaft stehendes Wasser
- zu geringe Hinterlüftung
- falsche Abstände der Unterkonstruktion
- ungeeignete Befestigungsmittel
- fehlerhafte Randabstände
- eine nicht ausreichend befestigte Unterkonstruktion
Deshalb sollte die Montageanleitung nicht als unverbindliche Empfehlung betrachtet werden.
Wer eine Bambusterrasse selbst baut, sollte sich bereits vor dem Kauf mit Untergrund, Aufbauhöhe, Unterkonstruktion und Entwässerung beschäftigen.
Die hohe Härte macht die Verarbeitung anspruchsvoller
Die hohe Materialdichte ist einer der großen Vorteile von Bambusdielen.
Bei der Verarbeitung kann genau diese Eigenschaft allerdings zusätzliche Anforderungen stellen.
Sehr harte Materialien benötigen:
- scharfes Werkzeug
- geeignete Sägeblätter
- korrekt ausgeführte Bohrungen
- passende Schrauben und Befestigungsmittel
- eine sorgfältige Montage
Mit geeignetem Werkzeug ist die Bearbeitung problemlos möglich.
Wer allerdings versucht, sehr dichte Bambusdielen mit stumpfen oder ungeeigneten Werkzeugen zu verarbeiten, erhält möglicherweise unsaubere Schnittkanten oder erschwert sich die Montage unnötig.
Ist Bambus also die bessere Terrassendiele?
Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten.
Die „beste Terrassendiele“ gibt es nicht unabhängig vom jeweiligen Projekt.
Bambusdielen besitzen jedoch eine interessante Kombination aus:
- hoher Härte
- hoher Dauerhaftigkeit
- vergleichsweise hoher Formstabilität
- natürlicher Optik
- verdeckter Befestigung
- verschiedenen Oberflächen
- modernen Dielenformaten
Dem stehen vor allem die natürlichen Veränderungen des Materials, der Pflegebedarf und die Anforderungen an eine fachgerechte Konstruktion gegenüber.
Wer diese Eigenschaften kennt und die Terrasse entsprechend plant, erhält mit hochverdichteten Bambusdielen einen sehr interessanten Bodenbelag für den Außenbereich.
Wer dagegen eine Oberfläche erwartet, die sich über viele Jahre weder farblich noch strukturell verändert und praktisch keine Pflege benötigt, sollte auch andere Materialgruppen in seine Entscheidung einbeziehen.
Unser Fazit
Bambus-Terrassendielen sind kein vollkommen wartungsfreies „Wundermaterial“. Und genau das sollten sie auch nicht sein.
Es handelt sich um einen hochwertigen, technisch modifizierten Naturwerkstoff, dessen besondere Stärke in der Kombination aus hoher Dichte, Härte, Dauerhaftigkeit und natürlicher Optik liegt.
Wer von Anfang an berücksichtigt, dass auch Bambus auf Sonne, Wasser und Witterung reagiert und dass eine gute Terrasse immer eine fachgerechte Unterkonstruktion benötigt, kann die Vorteile des Materials wesentlich realistischer einschätzen.
