Und wie ist das eigentlich mit der Unterkonstruktion?
Die Unterkonstruktion bildet das tragende Fundament einer Terrasse. Sie trägt die Terrassendielen, verteilt die auftretenden Belastungen und sorgt für den notwendigen Abstand zum Untergrund. Gleichzeitig muss sie ermöglichen, dass Regenwasser zuverlässig abläuft und die gesamte Konstruktion nach Niederschlägen wieder trocknen kann.
Selbst besonders widerstandsfähige Terrassendielen können ihre mögliche Lebensdauer nicht erreichen, wenn die Unterkonstruktion ungeeignet, dauerhaft feucht oder nicht ausreichend tragfähig ist. Bei der Planung einer Bambusterrasse sollte die Unterkonstruktion daher genauso sorgfältig ausgewählt werden wie die sichtbaren Terrassendielen.
Eine hochwertige Terrassendiele kann ihre Vorteile nur dann ausspielen, wenn auch die Unterkonstruktion fachgerecht geplant und ausgeführt wurde. Ist sie zu schwach, dauerhaft feucht oder nicht für das verwendete Terrassenmaterial geeignet, kann die gesamte Terrasse vorzeitig beschädigt werden.
Die Beschaffenheit des Bodens hat für eine tragfähige und dauerhaft beständige Terrasse eine hohe Bedeutung und muss im Vorfeld sorgfältig vorbereitet werden. Für eine fachgerecht ausgeführte Terrassenkonstruktion ist ein tragfähiger Untergrund aus Erdreich, Schotter, Splitt, Betonfundamente, alten Steinterrassen oder Bodenplatten Voraussetzung. Die Lasten der Terrasse werden vom Boden aufgenommen.
Welche Aufgaben hat die Unterkonstruktion?
Eine fachgerecht ausgeführte Unterkonstruktion erfüllt mehrere Aufgaben:
- Sie trägt die Terrassendielen und die auftretenden Belastungen.
- Sie gleicht kleinere Unebenheiten des Untergrundes aus.
- Sie stellt das notwendige Gefälle für den Wasserablauf sicher.
- Sie verhindert einen direkten Kontakt der Dielen mit dem Boden.
- Sie ermöglicht eine ausreichende Hinterlüftung.
- Sie schafft eine sichere Grundlage für die Befestigung der Dielen.
Die Unterkonstruktion sollte mindestens eine vergleichbare Lebensdauer wie der sichtbare Terrassenbelag besitzen. Es ist wenig sinnvoll, besonders langlebige Terrassendielen auf einer Unterkonstruktion zu montieren, die wesentlich früher erneuert werden muss.
Welche Materialien eignen sich für die Unterkonstruktion?
Je nach Terrassendiele, Untergrund und Aufbauhöhe kommen unterschiedliche Materialien infrage.
Unterkonstruktion aus Holz
Holz-Unterkonstruktionen sind eine klassische und häufig verwendete Lösung. Sie lassen sich einfach bearbeiten und eignen sich besonders für Terrassen mit Holzdielen.
Das verwendete Holz muss jedoch für den Außenbereich geeignet und ausreichend widerstandsfähig sein. Wenig dauerhafte oder dauerhaft feuchte Hölzer können frühzeitig durch Pilze und Fäulnis geschädigt werden.
Wichtig ist, dass das Holz nicht direkt auf dem feuchten Untergrund liegt. Gummipads, Stelzlager oder geeignete Abstandshalter können den Kontakt zum Boden reduzieren und das Abtrocknen erleichtern.
Bambus-Unterkonstruktion für Bambus-Terrassendielen
Eine Unterkonstruktion aus thermisch behandeltem Bambus ist eine passende Lösung für Terrassen, die vollständig mit einem aufeinander abgestimmten Bambussystem aufgebaut werden sollen.
Die AMBOOO Bambus-Unterkonstruktion ist für die Verlegung von Bambus-Terrassendielen vorgesehen. Durch die thermische Behandlung und Verdichtung besitzt das Material eine hohe Formstabilität und Tragfähigkeit.
Zu den Vorteilen einer Bambus-Unterkonstruktion gehören:
- ein auf Bambus-Terrassendielen abgestimmter Materialaufbau,
- eine hohe Festigkeit,
- eine gute Formstabilität,
- eine einfache Bearbeitung mit geeignetem Werkzeug,
- ein vergleichsweise natürlicher Materialcharakter und
- ein wirtschaftlicher Terrassenaufbau.
Wie die Terrassendielen selbst darf auch die Bambus-Unterkonstruktion nicht dauerhaft im Wasser liegen. Sie muss mit ausreichendem Abstand zum Untergrund montiert und vor Staunässe geschützt werden.
Geeignete Gummipads, Auflager oder Stelzlager verhindern den direkten Kontakt mit feuchten Flächen und ermöglichen, dass Wasser auch unterhalb der Unterkonstruktion ablaufen kann.
Aluminium-Unterkonstruktion für besonders formstabile Terrassen
Eine Unterkonstruktion aus Aluminium bietet eine besonders formstabile und langlebige Grundlage für Bambus-Terrassendielen.
Aluminium nimmt keine Feuchtigkeit auf, quillt nicht und verzieht sich nicht durch wechselnde Witterungsbedingungen. Dadurch können die Profile dauerhaft gerade bleiben und eine stabile Basis für die Terrassendielen bilden.
Die AMBOOO Aluminium-Unterkonstruktion eignet sich insbesondere für hochwertige und langfristig geplante Terrassenkonstruktionen.
Zu ihren Vorteilen gehören:
- hohe Formstabilität,
- Korrosionsbeständigkeit,
- keine Feuchtigkeitsaufnahme,
- geringes Eigengewicht,
- hohe Tragfähigkeit,
- gleichmäßige und präzise Verlegung,
- lange Gebrauchsdauer und
- ein hoher Anteil an recyceltem Aluminium.
Aluminium-Unterkonstruktionen können außerdem die Montage erleichtern, wenn die Profile, Verbinder und Befestigungsclips als aufeinander abgestimmtes System verwendet werden.
Bambus oder Aluminium
Der Untergrund muss tragfähig sein
Die Unterkonstruktion benötigt einen dauerhaft tragfähigen und standsicheren Untergrund. Welcher Aufbau erforderlich ist, hängt davon ab, ob die Terrasse auf Erdreich, Beton, einem Balkon oder einer Dachfläche errichtet wird.
Bei einer Terrasse im Garten wird häufig zunächst der nicht tragfähige Oberboden entfernt. Anschließend kann ein verdichtetes und wasserdurchlässiges Schotter- oder Splittbett hergestellt werden. Betonplatten oder geeignete Fundamente dienen danach als Auflagepunkte für die Unterkonstruktion.
Auf Balkonen, Betonflächen und Dachterrassen muss darauf geachtet werden, dass vorhandene Abdichtungen nicht beschädigt und Entwässerungsöffnungen nicht blockiert werden.
Gefälle und Wasserablauf
Eine Terrassenfläche muss so geplant werden, dass Niederschlagswasser zuverlässig ablaufen kann. Das Gefälle sollte grundsätzlich vom Gebäude wegführen.
Die genaue Höhe des erforderlichen Gefälles richtet sich nach dem verwendeten Terrassenmaterial und den Montagevorgaben des Herstellers. Bei vielen Terrassensystemen wird ein Gefälle von etwa ein bis zwei Prozent empfohlen.
Bei einer geriffelten oder profilierten Oberfläche sollten die Rillen in Richtung des Gefälles verlaufen. Andernfalls kann sich Wasser in den Vertiefungen sammeln.
Auch unterhalb der Terrasse darf keine Staunässe entstehen. Wasser muss versickern oder über vorhandene Abläufe sicher abgeleitet werden können.
Hinterlüftung nicht unterschätzen
Eine ausreichende Hinterlüftung gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für eine langlebige Terrasse. Luft muss unter den Dielen zirkulieren können, damit Feuchtigkeit nach Regen wieder abtrocknet. Eine vollständig geschlossene Konstruktion verhindert das schnelle Abtrocknen und kann dauerhaft zu einer erhöhten Feuchtebelastung führen.
Die Unterkonstruktion darf deshalb nicht vollständig eingeschlossen werden. Seitliche Verkleidungen müssen so ausgeführt sein, dass weiterhin ausreichend Luft in den Hohlraum gelangen kann.
Auch Pflanzkübel, Möbel und geschlossene Gegenstände sollten nicht dauerhaft großflächig auf den Terrassendielen stehen. Abstandshalter oder Füße unterstützen die Belüftung.
Deshalb gilt:
- Die Seiten der Terrasse dürfen nicht vollständig luftdicht verschlossen werden.
- Zwischen den Dielen müssen die vorgeschriebenen Fugen eingehalten werden.
- Zu Hauswänden und festen Bauteilen ist ausreichend Abstand einzuhalten.
- Die Unterkonstruktion darf nicht direkt im Erdreich liegen.
- Entwässerungswege müssen frei bleiben.
Auch geschlossene Randverkleidungen sollten nur so ausgeführt werden, dass weiterhin Luft unter die Terrasse gelangen kann.
Gummipads und Auflager schützen die Konstruktion
Die Unterkonstruktionsprofile sollten nicht direkt auf Betonplatten, Pflastersteinen oder anderen dauerhaft feuchten Flächen aufliegen.
Gummipads und geeignete Abstandshalter schaffen einen kleinen Abstand zwischen Untergrund und Unterkonstruktion. Dadurch kann Wasser besser ablaufen und die Auflagefläche schneller trocknen.
Zusätzlich können die Pads:
- kleinere Unebenheiten ausgleichen,
- die Unterkonstruktion vom Untergrund entkoppeln,
- Klapper- und Laufgeräusche reduzieren und
- die Abdichtung auf Balkonen oder Dachterrassen schützen.
Die Pads müssen ausreichend druckfest sein und dürfen sich unter der dauerhaften Belastung nicht zu stark zusammendrücken.
Der richtige Abstand der Unterkonstruktion
Der Abstand zwischen den einzelnen Unterkonstruktionsprofilen richtet sich nach:
- dem Material der Terrassendielen,
- der Dielenstärke,
- der Profilform,
- der vorgesehenen Belastung und
- den Herstellerangaben.
Zu große Abstände können dazu führen, dass sich die Dielen durchbiegen, federn oder beschädigt werden. Zu kleine Abstände erhöhen dagegen unnötig den Material- und Montageaufwand.
Für Holz, Bambus und WPC können unterschiedliche Abstände vorgeschrieben sein. Auch innerhalb einer Materialgruppe können die Vorgaben je nach Produkt variieren. Deshalb sollten keine pauschalen Abstände übernommen werden.
Ausreichende Abstände zu festen Bauteilen
Terrassendielen und Unterkonstruktionsprofile dürfen nicht direkt an Hauswände, Mauern, Randsteine oder andere feste Bauteile anschließen.
Die notwendigen Abstände ermöglichen:
- die Bewegung der Materialien,
- den Wasserablauf,
- die Hinterlüftung und
- eine spannungsfreie Verlegung.
Holz und Bambus reagieren auf wechselnde Feuchtigkeit. WPC und Aluminium verändern ihre Länge zusätzlich durch Temperaturunterschiede. Werden die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten, können sich Dielen oder Profile aufwölben beziehungsweise verschieben.
Die Unterkonstruktion muss gegen Verrutschen gesichert werden
Die einzelnen Profile dürfen sich nach der Montage nicht verschieben, kippen oder verdrehen. Je nach Untergrund und Terrassenaufbau kann die Unterkonstruktion:
- miteinander verbunden,
- auf Auflagern fixiert,
- auf Beton befestigt oder
- durch einen stabilen Rahmen gesichert werden.
Auf Abdichtungsflächen ist eine direkte Verschraubung häufig nicht möglich oder nicht zulässig. In solchen Fällen muss eine ausreichend stabile, schwimmende Rahmenkonstruktion hergestellt werden.
Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem Untergrund, der Aufbauhöhe und den örtlichen Bedingungen.
Typische Fehler bei der Unterkonstruktion
Zu den häufigsten Fehlern beim Terrassenbau gehören:
- fehlendes oder zu geringes Gefälle,
- blockierte Entwässerungswege,
- eine vollständig geschlossene Konstruktion,
- direkter Kontakt der Unterkonstruktion mit feuchtem Erdreich,
- zu große Abstände zwischen den Profilen,
- fehlende Auflagen an den Dielenenden,
- nicht abgestimmte Schrauben und Clips,
- zu geringe Abstände zu festen Bauteilen,
- eine nicht ausreichend tragfähige Unterkonstruktion und
- die Kombination nicht freigegebener Materialien.
Solche Fehler können zu Staunässe, Verformungen, instabilen Dielen und einer deutlich verkürzten Lebensdauer der Terrasse führen.
Fazit: Eine langlebige Bambusterrasse beginnt unter den Dielen
Die Unterkonstruktion bleibt nach der Fertigstellung weitgehend unsichtbar. Trotzdem entscheidet sie wesentlich über die Stabilität, Funktion und Lebensdauer der gesamten Terrasse.
Eine Bambus-Unterkonstruktion bietet einen wirtschaftlichen und auf Bambus-Terrassendielen abgestimmten Aufbau. Eine Aluminium-Unterkonstruktion überzeugt insbesondere durch ihre hohe Formstabilität, Feuchtigkeitsbeständigkeit und lange Gebrauchsdauer.
Unabhängig vom gewählten Material müssen immer folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- ein tragfähiger Untergrund,
- ein ausreichendes Gefälle,
- sicherer Wasserablauf,
- gute Hinterlüftung,
- korrekte Abstände,
- eine stabile Verbindung der Profile und
- die Verwendung aufeinander abgestimmter Systemkomponenten.
